Achtzehn Jahre sind seit dem Mauerfall vergangen, und die Spuren der DDR beginnen sich langsam zu verwischen. Viele Erwachsene, die den sozialistischen Staat noch aus ihrer eigenen Jugend kennen, schwelgen in DDR-Nostalgie, statt sich an die Überwachung und die Unterdrückung zu erinnern. Der jungen Generation, die erst kurz vor dem 9. November 1989 oder danach geboren wurde, fehlt dagegen oft der Bezug zur jüngeren deutschen Vergangenheit. Eine lebendige Erinnerung schaffen an das diktatorische DDR-Regime mit seinem Stasi-Geheimdienst, war daher das Ziel einer politischen Bildungsreise des Luftwaffenamtes in das Grenzmuseum Schifflersgrund.
Für zwei Tage reisten 16 Soldaten des Luftwaffenamtes aus Köln-Wahn, größtenteils Grundwehrdienstleistende oder freiwillig länger dienende Wehrdienstleistende, an die Landesgrenze von Hessen und Thüringen. Hier, nahe der Ortschaft Bad Sooden-Allendorf, liegt die Schifflersgrund-Senke, durch die von 1949 bis 1990 die Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR verlief. An diese 41 Jahre innerdeutsche Grenze mit ihren menschenverachtenden Schutzmaßnahmen und den Fluchtopfern erinnert hier das Grenzmuseum Schifflersgrund.
"Republikflucht" galt als Straftat
Bereits in den 50er Jahren wurde die Grenze auf Seiten der DDR gegen unerwünschte Übertritte gesichert: Ein 500 Meter breiter "Schutzstreifen" und eine fünf Kilometer breite Sperrzone, die man nur mit besonderer Zutrittserlaubnis betreten durfte, wurden errichtet. Damit reagierte die DDR auf die zunehmende Zahl von Bürgern, die nach Westen in die Bundesrepublik zu fliehen versuchten. Noch einige Jahre war eine heimliche Ausreise über Berlin möglich, bevor der sozialistische Staat auch hier mit der Errichtung der Mauer einen Fluchtversuch lebensgefährlich und dazu nahezu aussichtslos machte. Wer dennoch heimlich verschwinden wollte, beging "Republikflucht", was als Straftat geahndet wurde. Auch in Schifflersgrund wagte ein Bürger die Flucht und wurde dabei von den Grenztruppen erschossen.
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